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Der große Recycling-Mythos / Teil I

Graphic stating that recycling ≠ sorting

Die meisten Menschen verstehen Recycling grundsätzlich als einen Prozess, bei dem Abfälle stofflich verwertet werden und das gewonnene Material anschließend wieder in den Markt zurückgeführt wird. Leider ist dies nicht immer der Fall. Genauer gesagt trifft dies nur manchmal zu – insbesondere bei Kunststoffen.

Selbst führende Recycling-Pioniere wie Deutschland erreichen nicht mehr als 47 Prozent stoffliche Verwertung von Kunststoffabfällen. Der Rest wird energetisch verwertet. Enttäuschend? Möglich. Schauen wir uns die Gründe dafür genauer an. 

Zunächst einmal – es ist kein Verbrechen

Recycling durch „energetische Verwertung“ ist derzeit eine rechtlich anerkannte Recyclingmethode, die hauptsächlich für nicht verwertbare Kunststoffe eingesetzt wird. Das Gesetz definiert jedoch nicht eindeutig, welche Kunststoffarten als „nicht verwertbar“ oder schwerer recycelbar gelten. Die Realität wird daher weitgehend durch den Markt bestimmt.

Gute Abfalltrennung ist nicht gleich gutes Recycling (auch wenn sie ein sehr guter Anfang ist)

In den meisten entwickelten Ländern ist die Mülltrennung mittlerweile Standard. Ob Pfandsysteme eingesetzt werden oder eine Infrastruktur mit öffentlichen „Farbsammelbehältern“ zur Verfügung steht – die meisten europäischen Länder erzielen gute bis sehr gute Ergebnisse. Die allgemeine Recyclingquote in Europa liegt bei 48 %, während die Recyclingquote von Verpackungsabfällen 66 % erreicht.

Foto von Nick Fewings auf Unsplash

Zu viele recycelbare Materialien zur Sortierung

Das übergeordnete Ziel des Recyclings besteht darin, Materialien in einer wettbewerbsfähigen Qualität – vergleichbar mit Primärrohstoffen – wieder in den Markt zurückzuführen. Gleichzeitig haben viele Abfallarten Schwierigkeiten mit dem mechanischen Recyclingprozess (einige sind technologisch nicht recycelbar). In den meisten Fällen wirkt sich der Recyclingprozess negativ auf die Materialqualität aus – und noch wichtiger, auf den Preis. Diese beiden Faktoren machen Sekundärmaterialien auf dem Markt vergleichsweise unattraktiv.

Hochwertige Kunststoffe vs. minderwertige Kunststoffe

Recycler schätzen PET (Polyethylenterephthalat). Es ist hochwertig, tatsächlich wiederverwendbar und wirtschaftlich sinnvoll. Trotz des schlechten Images von Kunststoffen gilt die transparente PET-Flasche weiterhin als wertvoller Rohstoff. Dies trifft auch auf andere PET-Farben zu, wenngleich die Nachfrage geringer ist. Dosen, harte Drogerieverpackungen (HDPE) sowie PP (hartes Polypropylen) sind ebenfalls gefragt. Zu den am wenigsten beliebten Kunststoffen für das Recycling zählen hingegen kleine oder dünne Lebensmittelverpackungen sowie Verpackungen aus mehreren Kunststoffarten. Derzeit sind auf dem Markt kaum Technologien verfügbar, die eine effektive Wiederverwertung ermöglichen.

Warum also überhaupt trennen …?

Die energetische Verwertung ist nach wie vor eine bessere Alternative als die Deponierung. Eine korrekte Trennung stellt sicher, dass Kunststoffe entweder stofflich oder energetisch verwertet werden. Darüber hinaus entstehen ständig neue innovative Technologien. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Abfälle, die heute noch nicht recycelbar sind, in einigen Jahren verwertet werden können. Lassen wir daher unsere mühsam aufgebauten, verantwortungsvollen Trenngewohnheiten nicht zunichte werden. 

Möchten Sie wissen, wie hoch die Recyclingquote in Ihrem Land ist? Werfen Sie einen Blick auf unsere vergleichende Analyse der Abfallwirtschaft in 38 OECD-Mitgliedstaaten.

In diesem Artikel haben wir den Recyclingprozess erläutert, den Unterschied zwischen Trennung und Recycling erklärt und die aktuellen Herausforderungen aufgezeigt. Im nächsten Artikel dieser Reihe schlagen wir Maßnahmen und Schritte vor, mit denen die Situation sowohl aus staatlicher als auch aus individueller Perspektive verbessert werden kann.

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