ESG-Berichterstattung klar erklärt: Compliance & Best Practices

In der heutigen dynamischen Geschäftswelt gewinnen Environmental-, Social- und Governance-Faktoren (ESG) zunehmend an Bedeutung als zentrale Kennzahlen zur Bewertung der langfristigen Nachhaltigkeit und Wertschöpfung eines Unternehmens. ESG-Berichtsstandards sind längst mehr als nur eine Frage der unternehmerischen Verantwortung – sie sind heute eine strategische Notwendigkeit. Da Unternehmen bestrebt sind, sich an europäischen und globalen Nachhaltigkeitskennzahlen auszurichten und die Erwartungen ihrer Stakeholder zu erfüllen, wird das Verständnis von ESG-Berichtsstandards und ESG-Compliance unvermeidlich.
Am 5. Januar 2023 trat die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in Kraft. Sie modernisiert und stärkt die Vorschriften hinsichtlich der sozialen und ökologischen Informationen, die Unternehmen berichten müssen. Ein größerer Kreis großer Unternehmen sowie börsennotierte KMU wird nun verpflichtet sein, ihre Nachhaltigkeitskennzahlen im Rahmen der ESG-Regulierung offenzulegen. Einige Nicht-EU-Unternehmen müssen ebenfalls berichten, wenn sie auf dem EU-Markt mehr als 150 Millionen Euro Umsatz erzielen. Unternehmen müssen die neuen Vorschriften erstmals für das Geschäftsjahr 2024 anwenden, wobei die entsprechenden Berichte im Jahr 2025 veröffentlicht werden.
Die Erhebung von ESG-Daten wird für große Unternehmen ab Januar 2025 verpflichtend sein, jedoch werden nichtfinanzielle Kriterien auch für kleinere Unternehmen gelten. Große Unternehmen verlangen bereits heute ESG-Daten von ihren Lieferanten für ihre Berichterstattung.

ESG-Berichterstattung: Für wen ist sie verpflichtend?
Große börsennotierte Unternehmen in der EU (mit mehr als 500 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro) sind verpflichtet, einen jährlichen ESG-Bericht zu erstellen. Die aktuellen Anforderungen werden jedoch bald erweitert. Allein in der EU wird diese Regelung rund 50.000 Unternehmen betreffen.
Die CSRD wird alle in der EU ansässigen Unternehmen betreffen, die folgende Kriterien erfüllen:
- Einen Nettoumsatz von 40 Millionen Euro oder mehr
- Vermögenswerte von mindestens 20 Millionen Euro
- 250 oder mehr Beschäftigte
- Alle börsennotierten Unternehmen (mit Ausnahme von Kleinstunternehmen) werden ebenfalls betroffen sein.
Die CSRD hat einen deutlich größeren Anwendungsbereich als die NFRD (Non-Financial Reporting Directive) und betrifft auch Unternehmen außerhalb der EU, die über Tochtergesellschaften in der EU verfügen oder deren Wertpapiere an EU-regulierten Märkten gehandelt werden. Beispielsweise müssen in Großbritannien oder den USA ansässige Konzerne mit mehreren Unternehmensteilen und nur einer einzigen Tochtergesellschaft in der EU im Einklang mit den CSRD-Vorschriften berichten, selbst wenn sich alle anderen Tochtergesellschaften außerhalb der EU befinden.

ESG-Berichterstattung: Was muss gemäß CSRD berichtet werden?
Eines der Hauptziele der CSRD ist es, die ESG-Berichterstattung kohärenter zu gestalten. Die neue CSRD-Berichterstattung verpflichtet Unternehmen dazu, Informationen zu folgenden Bereichen offenzulegen:
- Die Umwelt
- Der Umgang mit Mitarbeitenden und der Ansatz zu sozialen Themen
- Menschenrechte
- Bekämpfung von Bestechung und Korruption
- Vielfalt in den Leitungs- und Aufsichtsorganen
Unternehmen werden verpflichtet sein, alle CSRD-relevanten Informationen entweder in ihrem Jahresbericht oder im Lagebericht bereitzustellen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass finanzielle und ESG-bezogene Informationen gleichzeitig veröffentlicht und als Gesamtheit betrachtet werden, anstatt in zwei getrennten Berichten.
Wie sollten Unternehmen über Nachhaltigkeitsinformationen berichten?
Die CSRD führte detaillierte Anforderungen für die Berichterstattung über Nachhaltigkeitsinformationen in der gesamten EU ein und schuf damit eine gemeinsame, standardisierte Sprache für die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
ESG-Berichterstattung: Europäische Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS)
Die Europäische Kommission genehmigte Anfang August 2023 die Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (European Sustainability Reporting Standards, ESRS), die am 1. Januar 2024 in Kraft traten. Diese Berichtsstandards sind ein Regelwerk, dem die große Mehrheit der Unternehmen bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten folgen muss.
Nach dem Vorschlag von EFRAG gibt es 12 Europäische Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS), die ein umfassendes Spektrum an Nachhaltigkeitsthemen abdecken. Das erste Set der ESRS umfasst zwei allgemeine, übergreifende Standards sowie zehn themenspezifische Standards, die sich auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen konzentrieren (ESRS ESG). Die neuen Berichtsstandards ermöglichen eine einfache und logische Strukturierung von Nachhaltigkeitsinformationen.
Von den zehn themenspezifischen Standards lassen sich drei direkt dem Bereich Abfall und Abfallmanagement zuordnen: ESRS E1 Klima, ESRS E2 Umweltverschmutzung, insbesondere jedoch ESRS E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.
Wie kann Sensoneo helfen?
Sensoneo bietet eine ganzheitliche Smart-Waste-Management-Lösung, die sich ideal zur Verbesserung der ESG-Berichterstattung in Fabriken, Anlagen und Fulfillment-Centern eignet. Das System umfasst intelligente Sensoren sowie benutzerfreundliche Schnittstellen, darunter eine innovative mobile App und eine leistungsstarke Softwareplattform für das Waste Management System (WMS). Durch die kontinuierliche Erfassung und Analyse von Abfalldaten ermöglicht Sensoneo Unternehmen, detaillierte Kennzahlen zum Abfallmanagement in ihre ESG-Berichte zu integrieren. Diese Kennzahlen unterstützen die Einhaltung von ESG-Berichtsstandards und tragen zu einer effektiven Corporate Governance bei.

Darüber hinaus stärkt unser System die unternehmerische Nachhaltigkeit, indem es datenbasierte Entscheidungen zur Optimierung von Abfallmanagementstrategien und zur Verbesserung von Nachhaltigkeitskennzahlen wie der Waste Diversion Rate ermöglicht. Dieser Ansatz unterstützt nicht nur nachhaltige Geschäftspraktiken, sondern steht auch im Einklang mit den Zielen der Corporate Social Responsibility. Durch unser umfassendes Analyse-Dashboard und individuell angepasste E-Mail-Reports stellt Sensoneo sicher, dass alle erforderlichen Informationen zum Abfallmanagement für ESG-Regulierungsrahmen jederzeit verfügbar sind und eine transparente Kommunikation von Green-Finance-Initiativen unterstützt wird.
Latest waste library articles

Organisationen für erweiterte Herstellerverantwortung (PROs): Ihre Rolle und Bedeutung
Extended Producer Responsibility (EPR)
Die 5 größten organisierten Müll-/Abfall-Verbrechen weltweit
Environment
Die 5 größten Herausforderungen bei der Sammlung von Elektroschrott und wie man sie bewältigt
Waste Collection
Trends im industriellen Abfallmanagement, die man 2025 im Blick behalten sollte
Industrial Waste
Smart Waste Newsletter
Erhalten Sie monatliche Updates von unserem Unternehmen und aus der Welt der Abfallwirtschaft!



