Vom Konsum bis zum Recycling: 7 Phasen eines Getränkeverpackungsbehälters

Haben Sie sich jemals gefragt, was mit einem Getränkegebinde passiert, nachdem Sie es in einen Leergutautomaten eingelegt haben? Wir hatten die Gelegenheit, eine der zentralen Phasen dieses Prozesses im Sortierzentrum für pfandpflichtige Flaschen in Kočovce, Slowakei, zu beobachten.
Die Slowakei hat das Pfandrücknahmesystem bereits im Jahr 2022 eingeführt. Heute können das Land und sein DRS-Betreiber, Správca zálohového systému, eine beeindruckende Sammelquote von 92 % vorweisen.
Der gesamte Lebenszyklus einer PET-Flasche oder einer Aluminiumdose, die in einen Leergutautomaten (RVM) eingelegt wird, lässt sich in den folgenden Schritten beschreiben – vom Anfang bis zu einem neuen Leben:
- Getränkekonsum
- Pfand und Rückgabe
- Bündelung der Materialien
- Transport zu einer Sortieranlage
- Sortierung
- Transport zu einer Recyclinganlage
- Recycling und Herstellung neuer Verpackungen
Die Anlage in Kočovce ist für die Sortierphase zuständig, die komplexer ist, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Tauchen wir ein in den Lebenszyklus von Getränkeverpackungen und betrachten wir die dabei ablaufenden Prozesse. Bitte beachten Sie, dass der gesamte Ablauf je nach Land variieren kann.

1. Getränkekonsum
Der erste Schritt besteht im Kauf von Getränken mit einem Logo, das die Möglichkeit der Rückgabe über das Pfandsystem kennzeichnet. Verbraucher kaufen Getränke in Flaschen oder Dosen und zahlen dabei in der Regel ein Pfand für die Verpackung. Dieser Vorgang setzt den Recyclingkreislauf in Gang, da die Behälter nach dem Gebrauch zurückgegeben werden sollen und so zur Abfallreduzierung beitragen.

2. Pfand und Rückgabe
Nach dem Konsum geben Verbraucher ihre leeren Getränkeverpackungen an Leergutautomaten, Sammelstellen oder in Geschäften zurück, die für das Pfandrücknahmesystem ausgestattet sind. Diese Rückgabestellen sind benutzerfreundlich gestaltet und scannen häufig Barcodes, um berechtigte Verpackungen zu identifizieren und die Pfandrückerstattung zu bestätigen.
Das System basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Das beim Kauf gezahlte Pfand wird nur bei Rückgabe der Flasche erstattet, wodurch ein geschlossener Kreislauf gewährleistet wird. Leergutautomaten sortieren die zurückgegebenen Getränkeverpackungen in der Regel bereits nach Kategorien, etwa Kunststoffflaschen und Aluminiumdosen, und erleichtern so die nachfolgenden Schritte der Materialhandhabung und des Recyclings.

3. Bündelung der Materialien
Sowohl Flaschen als auch Dosen werden einfach komprimiert und in große Säcke gefüllt, um die Handhabung zu erleichtern. Durch das Pressen wird ihr Volumen erheblich reduziert, was die Lager- und Transporteffizienz optimiert. Dieser Schritt minimiert den benötigten Stauraum und erleichtert die Verwaltung sowie den Transport der Materialien zu den Sortieranlagen.
Werden Flaschen manuell gesammelt (häufig in kleineren Geschäften), kommen sie in Kunststoffsäcke. In solchen Fällen müssen die Flaschen sorgfältig gezählt werden, da ihre Anzahl im Sortierzentrum vom Personal überprüft wird.
Während unseres Besuchs zeigte uns ein Mitarbeiter einen Sack, an dem ein grüner Kunststoffanhänger befestigt war. Beim Scannen dieses Anhängers wurde genau angezeigt, woher der Sack stammte und wie viele Flaschen er enthalten sollte. Überraschenderweise fehlte in diesem Sack eine Flasche, was durchaus vorkommen kann, da Kunststoffflaschen inzwischen einen gewissen Wert haben und manche Menschen versuchen, daraus Profit zu schlagen. Das Sortierzentrum muss sich in solchen Fällen mit dem Problem auseinandersetzen und den Vorgang weiter untersuchen.

4. Transport zu Sortieranlagen
Die Säcke mit Getränkeverpackungen werden per Lkw zu Recyclingzentren transportiert, die für die Verarbeitung großer Materialmengen ausgelegt sind. Dieser Transport stellt sicher, dass die Materialien an die entsprechenden Sortieranlagen geliefert werden, wo sie einer detaillierten Verarbeitung unterzogen werden.
Die Sortieranlage in Kočovce spielt eine zentrale Rolle bei der Handhabung der zurückgegebenen Getränkeverpackungen. Mit einer Lagerkapazität von 1.800 bis 2.000 Tonnen kann die Anlage große Mengen an zurückgegebenen Flaschen und Dosen effizient lagern. Ausgestattet mit moderner Sortiertechnologie sorgt sie dafür, dass die Materialien korrekt kategorisiert und für das weitere Recycling vorbereitet werden und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Recyclingkreislauf.

5. Sortierung
Die erste Phase des Verarbeitungsprozesses besteht darin, Kunststoffflaschen und Dosen auf getrennte Förderlinien zu leiten, da jeder Materialtyp unterschiedliche Verarbeitungsmethoden erfordert. In der Sortieranlage werden die Verpackungen mithilfe verschiedener fortschrittlicher Technologien nach Materialart sortiert:
- Optische Sortierung: Kameras und Infrarotsensoren werden eingesetzt, um unterschiedliche Polymere und Farben zu erkennen. Dadurch können transparente Kunststoffe (PET) von farbigen Kunststoffen (HDPE, PVC) getrennt werden, die jeweils unterschiedliche Verarbeitungstechniken erfordern. Der Reinheitsgrad liegt bei etwa 95 %. Obwohl die meisten Flaschen korrekt getrennt werden, kann es gelegentlich zu Unregelmäßigkeiten kommen, etwa wenn zwei Flaschen unterschiedlicher Farben aneinander haften bleiben.

- Magnetische Trennung: Magnetfelder werden eingesetzt, um Stahldosen von anderen Materialien zu trennen und so sicherzustellen, dass eisenhaltige Metalle effektiv entfernt werden.

- Wirbelstromtrennung: Nichteisenmetalle wie Aluminiumdosen werden mithilfe induzierter Magnetfelder getrennt, die sie abstoßen und so von anderen Materialien isolieren.

Nach der Sortierung werden die Materialien zu großen verarbeiteten Ballen gepresst, wobei Kunststoffe nach Farben getrennt werden. Die Sortieranlage in Kočovce ist in der Lage, täglich rund 90 Tonnen Flaschen und Dosen zu verarbeiten und gewährleistet so einen kontinuierlichen und effizienten Durchfluss recycelbarer Materialien. Diese Sortierung stellt sicher, dass nur die saubersten und homogensten Materialien dem Recycling zugeführt werden.

6. Transport zu Recyclinganlagen
Nach der Sortierung werden die Verpackungen zu spezialisierten Recyclinganlagen weitertransportiert, wo sie weiterverarbeitet werden. Dieser Transport wird sorgfältig organisiert, um sicherzustellen, dass die Materialien effizient und ohne Verunreinigungen ankommen.
In Kočovce werden rund 90 % der Flaschen zur weiteren Verarbeitung an die Recyclinganlage von Kollarovo GP geliefert. Aluminiumdosen können hingegen nicht lokal in der Slowakei verarbeitet werden und werden daher in andere Länder exportiert, vor allem nach Deutschland, wo sie zu neuen Produkten recycelt werden.

7. Recycling und Herstellung neuer Verpackungen
In den Recyclinganlagen durchlaufen die Materialien je nach Werkstoff die folgenden Prozesse:
- Kunststoffe: Nach der Sammlung werden Kunststoffe zunächst zerkleinert und gewaschen, um Schmutz und Klebereste zu entfernen. Dabei entstehen saubere PET-Flakes. Diese werden anschließend in einem Reaktor weiter gereinigt und dekontaminiert. Danach wird das Material in einem Ofen erhitzt und in Formen eingespritzt, um neue Produkte herzustellen. Um eine hohe Qualität des Endprodukts zu gewährleisten, wird dem Prozess zusätzlich sauberes Neumaterial beigemischt.
- Aluminium: Kleine Aluminiumstücke werden zunächst mithilfe eines starken Magneten von Stahlresten befreit und anschließend chemisch sowie mit Heißluft gereinigt, um Farbe und Druckfarben zu entfernen. Das gereinigte Aluminium wird in einem Ofen eingeschmolzen und zu Barren oder Blechen gegossen. Diese dienen als Ausgangsmaterial für neue Produkte wie Dosen, Folien oder Ersatzteile. Am Ende ihres Lebenszyklus beginnt der Recyclingprozess erneut.

Sobald die recycelten Materialien – ob Kunststoff oder Aluminium – zu neuen Produkten wie Flaschen, Dosen oder anderen Erzeugnissen verarbeitet wurden, beginnt der Kreislauf von vorn. Diese neu hergestellten Produkte gelangen anschließend wieder auf den Markt und stehen den Verbrauchern zur Nutzung zur Verfügung.
Dieser fortlaufende Kreislauf aus Sammlung, Recycling und Wiederverwertung reduziert nicht nur Abfall, sondern schont auch wertvolle Ressourcen und trägt zu einer nachhaltigeren Zukunft bei. Durch die Teilnahme am Pfandrücknahmesystem leisten Verbraucher einen wichtigen Beitrag zu diesem geschlossenen Kreislauf, verringern die Umweltbelastung und unterstützen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.
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