6 beste Projekte und Initiativen zur Kreislaufwirtschaft weltweit

Angesichts wachsender ökologischer Herausforderungen ist das Konzept der Kreislaufwirtschaft zu einer zentralen Säule der nachhaltigen Entwicklung geworden. Weltweit überdenken Unternehmen, Start-ups und Gemeinschaften die Art und Weise, wie wir produzieren, konsumieren und Abfälle bewirtschaften. Diese Initiativen gehen über die bloße Reduzierung unseres ökologischen Fußabdrucks hinaus. Sie transformieren wirtschaftliche und soziale Modelle, indem sie Innovation, Inklusion und ökologische Verantwortung in den Mittelpunkt ihrer Missionen stellen.
Von der Umwandlung alter Autoreifen in handgefertigte Schuhe in Äthiopien über die Wertschöpfung aus Einwegkunststoffen in Entwicklungsländern bis hin zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung und der Regeneration verschmutzter urbaner Flächen stehen diese Projekte für mutige und kreative Ansätze der Nachhaltigkeit. Dieser Blog stellt sechs eindrucksvolle Beispiele aus aller Welt vor und zeigt, wie innovative Ideen bedeutende Veränderungen für Mensch und Umwelt bewirken können.
SoleRebels, Äthiopien

Im Herzen der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba verwandelte die Vision einer Frau alte Autoreifen in ein weltweites Symbol nachhaltiger Mode. Gegründet im Jahr 2004 von Bethlehem Tilahun Alemu, ist SoleRebels weit mehr als nur ein Schuhunternehmen – es ist ein soziales Unternehmen, das traditionelles äthiopisches Handwerk mit modernem, umweltbewusstem Design verbindet.
Die Idee war einfach, aber wirkungsvoll: recycelte Materialien, insbesondere ausrangierte Autoreifen, zur Herstellung langlebiger Sohlen für handgefertigte Schuhe zu nutzen. Diese Sohlen werden anschließend mit lokal beschaffter Bio-Baumwolle, handgewebten Stoffen von Kunsthandwerker:innen und Naturfasern kombiniert, um bequeme und stilvolle Schuhe zu schaffen. Das Ergebnis ist eine Kollektion von Schuhen und Sandalen, die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch tief in der äthiopischen Kultur verwurzelt sind.
Doch SoleRebels geht es nicht nur um die Reduzierung von Abfall. Es geht um die Schaffung von Chancen. Das Unternehmen bietet lokale Handwerker:innen fair bezahlte Arbeitsplätze, von denen viele zuvor arbeitslos oder unterbeschäftigt waren. Die Mitarbeitenden werden direkt vor Ort ausgebildet und erwerben wertvolle Fähigkeiten im Nähen, Weben und in der Schuhherstellung – alles unter sicheren und unterstützenden Arbeitsbedingungen.
SoleRebels hat seine Reichweite inzwischen weltweit ausgebaut. Die Produkte werden in über 30 Ländern verkauft und beweisen damit, dass umweltbewusstes Design und kulturelles Erbe Hand in Hand gehen können.
The Plastic Bank, Kanada

Eine wegweisende Zero-Waste-Initiative mit globaler Wirkung entstand in Kanada und widmet sich einer der größten Umweltherausforderungen unserer Zeit: der Plastikverschmutzung. The Plastic Bank, gegründet im Jahr 2013, verwandelt Plastikabfälle in eine Art Währung und schafft damit ein Modell der Kreislaufwirtschaft, das sowohl den Menschen als auch dem Planeten zugutekommt.
Das Konzept ist einfach: Einzelpersonen in Entwicklungsländern sammeln Plastikabfälle und tauschen sie an ausgewiesenen Sammelstellen gegen Geld, Waren oder Dienstleistungen ein. Dies trägt nicht nur dazu bei, Plastik zu reduzieren, das sonst in die Ozeane gelangen würde, sondern schafft zugleich eine Einkommensquelle für Gemeinschaften, in denen wirtschaftliche Chancen oft begrenzt sind.
Der gesammelte Kunststoff wird anschließend recycelt und als Social Plastic® wieder in die Lieferkette integriert. Partnerunternehmen nutzen dieses Material zur Herstellung neuer, nachhaltigerer Produkte. Indem The Plastic Bank weggeworfenen Materialien einen Wert beimisst, verändert die Initiative die Wahrnehmung von Abfall – vom Problem hin zu einer wertvollen Ressource.
Mit Sammelstellen in Ländern wie Haiti, Indonesien, Ägypten und den Philippinen hat die Initiative dazu beigetragen, Millionen Kilogramm Plastik zurückzugewinnen – und gleichzeitig Tausende von Menschen zu stärken und wirtschaftlich zu befähigen.
Too Good To Go, Dänemark

Eine der effektivsten Zero-Waste-Lösungen zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung nahm ihren Anfang in Kopenhagen, Dänemark, und hat sich seitdem weltweit verbreitet. Too Good To Go, gegründet im Jahr 2015, ist eine mobile App, die Nutzer:innen mit lokalen Lebensmittelbetrieben verbindet, die am Ende des Tages überschüssige Lebensmittel haben und diese zu stark reduzierten Preisen anbieten.
Anstatt vollkommen genießbare Mahlzeiten zu verschwenden, stellen teilnehmende Bäckereien, Cafés, Supermärkte und Restaurants sogenannte „Magic Bags“ zusammen, ohne den genauen Inhalt im Voraus preiszugeben. Nutzer:innen können diese Beutel über die App reservieren und direkt im Geschäft abholen. So wird Lebensmittelverschwendung reduziert, während Kund:innen mit jedem Kauf etwas Neues entdecken.
Too Good To Go ist nicht nur eine technologische Lösung, sondern eine wachsende soziale Bewegung, die die Wahrnehmung von Lebensmittelverschwendung hinterfragt. Indem die Plattform es Verbraucher:innen erleichtert, aktiv an nachhaltigem Handeln teilzunehmen, fördert sie alltägliches Engagement und schärft das Bewusstsein für die ökologischen Auswirkungen des Wegwerfens von Lebensmitteln.
Seit seiner Einführung hat sich Too Good To Go auf über 17 Länder ausgeweitet und mehr als 250 Millionen Mahlzeiten vor der Verschwendung gerettet.
GCycle, Australien

In Australien nimmt sich ein Unternehmen einer bedeutenden, aber oft übersehenen Quelle von Haushaltsabfällen an – Einwegwindeln. GCycle bietet eine biologisch abbaubare und kompostierbare Alternative aus pflanzlichen und erneuerbaren Materialien und stellt damit eine praktische, moderne und nachhaltige Lösung für Eltern dar.
Herkömmliche Einwegwindeln können Hunderte von Jahren benötigen, um sich zu zersetzen, und tragen erheblich zur Belastung von Deponien bei. Die Windeln von GCycle hingegen sind so konzipiert, dass sie sich in industriellen Kompostiersystemen schnell abbauen und dadurch ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verringern. Sie werden ohne Kunststoffe oder aggressive Chemikalien hergestellt, sind sicher für Babys und zugleich schonender für die Umwelt.
Über die reine Produktinnovation hinaus denkt GCycle den gesamten Lebenszyklus von Windeln neu und verfolgt das Ziel, sie in ein zirkuläres Abfallsystem zu integrieren. Indem das Unternehmen Nachhaltigkeit zugänglich und bequem macht, unterstützt es Familien dabei, von Anfang an bewusstere und umweltfreundlichere Entscheidungen zu treffen.
TRASHPRESSO von MINIWIZ, Taiwan

Eine der futuristischsten Zero-Waste-Lösungen stammt vom taiwanesischen Unternehmen MINIWIZ mit seiner innovativen mobilen Recyclinganlage TRASHPRESSO. Diese solarbetriebene Recyclingstation verwandelt Plastikflaschen und Textilabfälle direkt vor Ort und netzunabhängig in langlebige Platten, die im Bauwesen eingesetzt werden können.
Untergebracht in einer Reihe von Schiffscontainern kann TRASHPRESSO auch in abgelegenen Regionen eingesetzt werden, in denen herkömmliche Recyclinginfrastruktur fehlt. Die Anlage reinigt, zerkleinert, schmilzt und presst Abfallmaterialien zu hochwertigen architektonischen Platten und zeigt eindrucksvoll, wie Technologie Müll in wertvolle Ressourcen verwandeln kann.
TRASHPRESSO reduziert nicht nur den Bedarf an neuen Rohstoffen, sondern dient auch als Bildungsinstrument, das die Möglichkeiten von zirkulärem Design und erneuerbaren Energien in der Praxis veranschaulicht. Von abgelegenen Bergdörfern bis hin zu urbanen Festivals bringt diese mobile Einheit nachhaltige Innovation überall dorthin, wo sie eingesetzt wird.
Indem MINIWIZ Recycling mobil, transparent und effizient gestaltet, beweist das Unternehmen, dass Abfall keinen weiten Weg zurücklegen muss, um eine neue Bestimmung zu finden.
De Ceuvel, Niederlande

Im Norden von Amsterdam wurde eine einst stark verschmutzte Werft in eines der inspirierendsten Beispiele für zirkuläre Stadtentwicklung in Europa verwandelt. Bekannt als De Ceuvel, basiert dieser experimentelle Büropark auf der Idee des Wiederverwendens und Regenerierens – sowohl von Flächen als auch von Materialien.
Das Gelände beherbergt umfunktionierte Hausboote, die an Land platziert und zu kreativen Arbeitsräumen und Studios umgebaut wurden. Diese upgecycelten Strukturen sind mit umweltfreundlichen Technologien wie Komposttoiletten, Solarpaneelen und Regenwasserfiltersystemen ausgestattet und zeigen, wie vorhandene Materialien für moderne Nutzungen angepasst werden können.
Was De Ceuvel besonders einzigartig macht, ist der Einsatz der Phytosanierung – einer Technik, bei der gezielt ausgewählte Pflanzen genutzt werden, um belastete Böden über einen längeren Zeitraum zu reinigen. Während die Pflanzen wachsen, entziehen sie dem Boden auf natürliche Weise Schadstoffe und tragen so zur Regeneration des Geländes bei, während der Ort gleichzeitig aktiv genutzt wird.
Durch die Verbindung von Architektur, Ökologie und Innovation ist De Ceuvel zu einem Vorbild für nachhaltige Stadtplanung geworden und zeigt, wie selbst die vernachlässigsten Flächen durch zirkuläres Denken neues Leben erhalten können.
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